Wolfgang Mattheuer, Hinter den sieben Bergen, 1973, Museum der bildenden Künste Leipzig © VG Bild-Kunst, Bonn 2012

Wolfgang Mattheuer

Hinter den sieben Bergen 

1973, Öl auf Hartfaser, 170 x 130 cm

„Hinter den sieben Bergen spielt die Freiheit. / Hinfahren sollte man. / Sehen müßte man’s / mit eigenen Augen, (...) / die Freiheit spielt mit bunten Luftballons. / Und andere fahren hin / mit Panzern und Kanonen – / um nachzuschaun. (...)“, schrieb Mattheuer (* Reichenbach/Vogtland 1927 † Leipzig 2004) in einem Gedicht kurz nach der Niederschlagung der Prager Frühlings 1968.

Eine Autostraße führt über mehrere Hügel, an deren Horizont eine Frau mit ausgestrecktem Arm bunte Luftballons in die Höhe hält, während sie in der anderen Hand Blumen schwenkt. In Paraphrase auf das Gemälde „Die Freiheit führt das Volk an“ (1839) von Eugène Delacroix (1798–1863), aber gänzlich ohne dessen revolutionäres Pathos, malte Mattheuer die Freiheitsfigur als Fata Morgana, deren bunten Glücksverheißungen zahlreiche Autos entgegenstreben.