Willi Sitte, Arbeitspause, 1959, Museum der bildenden Künste Leipzig © VG Bild-Kunst, Bonn 2012

Willi Sitte

Arbeitspause

1959, Öl auf Hartfaser, 199,5 x 121,8 cm

Ein Arbeiter sitzt auf einem Baugerüst, in der einen Hand ein Buch, in dem er aufmerksam liest, in der anderen eine Zigarette. Willi Sitte (* Kratzau 1921, lebt in Halle) gehört heute zu den umstrittenen Künstlern der DDR. Als Präsident des Verbandes Bildender Künstler nahm er in den 1970ern und 1980ern eine herausragende Position im Kunstbetrieb der DDR ein. 1959 wurden die Künstler mit der „Bitterfelder Konferenz“ in die Arbeit der Betriebe eingebunden und verpflichtet, im engen Kontakt und Austausch mit den arbeitenden Menschen künstlerisch tätig zu sein. Das Gemälde zeigt den Typus des intelligenten Arbeiters, der die Pause zur Lektüre und Weiterbildung nutzt. Die künstlerische Darstellung der allseitig gebildeten Persönlichkeit sollte dem Aufbau des Sozialismus dienen. Sitte versuchte das von der Parteiführung geforderte Arbeiterideal mit dem künstlerischen Erbe seiner Vorbilder Pablo Picasso und Fernand Léger in Einklang zu bringen.