Neo Rauch, Fell, 2000, Museum der bildenden Künste Leipzig, © VG Bild-Kunst, Bonn 2012

Neo Rauch

Fell

2000, Öl auf Mischgewebe, 190 x 132,2 cm

Neo Rauch (*Leipzig 1960) studierte bei Arno Rink an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und war im Anschluss Meisterschüler bei Bernhard Heisig.

In einem Freiluftatelier steht die übermächtige Gestalt eines jungen Mannes in Fellweste. Wie imprägniert gegen die Unbillen dieser Welt berührt er nachdenklich die vor ihm liegende Palette. Ebenfalls fellbezogen wirkt sie eher wie ein zusätzliches Schutzschild. Die klobige Axt ersetzt in diesem Ensemble den Pinsel. Der Hüne agiert noch an zwei andern Orten des Bildes. Zum einen schwingt er die Axt, zum anderen attackiert er ein eierköpfiges, bebrilltes Wesen: Tatendrang, Aggression, Reflexion. Verschiedene Botschaften stellen gedankliche Pole im Bild dar, je nach Leserichtung oder Verkettung ergeben sich unterschiedliche Geschichten. Die Sicherheit dabei ist die des Traumwandlers. Ein Bild beim Aufwachen ist präsent wie fragwürdig zugleich, die davor müssen ausgegraben werden.