Max Liebermann, In den Dünen, 1896, Museum der bildenden Künste Leipzig

Max Liebermann

In den Dünen

1896, Öl auf Leinwand, 108,3 x 151,5 cm

Klar hebt sich die vom Alter und schwerer Arbeit gebeugte Figur des einsam von Dorf zu Dorf ziehenden Käseeinkäufers (Kaaskoper) von der Dünenlandschaft ab. Dem Modell war Liebermann (*Berlin 1847 †Berlin 1935) in Zandvoort begegnet. Stärker durchgearbeitet sind nur die Gesichtszüge, über denen ein erschöpfter und nachdenklicher Ausdruck liegt. Die karge Natur um ihn herum ist von Braun- und Gelbtönen in vielfältigen Nuancierungen bestimmt, die flüssige Malweise erzeugt den Eindruck winddurchwehter Vegetation in ständiger Veränderung, innerhalb derer der alte Mann isoliert erscheint. Man ahnt die ungeheuere Weite der einförmigen Strandlandschaft, die das Empfinden weltabgeschiedener Einsamkeit weckt. Menschenschicksal und Naturstimmung verschmelzen und bestimmen den melancholisch-gefühlvollen Grundton des Gemäldes, das zu den letzten großen Arbeitsdarstellungen von Max Liebermann gehört. Mit dem Ankauf dieses Gemäldes aus dem Atelier Liebermanns gehörte das Leipziger Museum zu den ersten öffentlichen Sammlungen in Deutschland, die schon frühzeitig Interesse für Arbeiten des Künstlers bekundeten. Von ihm befinden sich weitere fünf Gemälde sowie mehrere Zeichnungen und Graphiken in der Sammlung.