Claude Monet, Boote am Strand von Etretat, 1883, Museum der bildenden Künste Leipzig

Claude Monet

Boote am Strand von Etretat 

1883, Öl auf Leinwand, 65 x 92 cm, Schenkung Bühler-Brockhaus

Es ist dem Sammlerehepaar Dr. Hans-Peter Bühler und Marion Bühler-Brockhaus zu verdanken, dass die Leipziger Sammlung einige Werke französischer Impressionisten besitzt. Monet (*Paris 1840 †Giverny 1926), der insbesondere durch seine „Seerosen“ einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt hatte, hielt sich im Januar 1883 in dem Fischerdorf Etretat auf, wo bereits Gustave Courbet (1819–1877) und Eugene Delacroix (1798–1863) Inspirationen für ihre Werke fanden. Diese malten die markanten Kreidefelsen, Monet aber wählte ein unspektakuläreres Motiv. An einem menschenverlassenen Strand liegen zwischen dem Meer und einer Strohhütte sieben Fischerboote. Die Farben der Boote wiederholen sich in vielen Farbabstufungen in der Darstellung des Sandes, der Strohhütte, des Meeres und bilden malerisch ein homogenes Ganzes. Durch den pastosen Auftrag der Farbe und den rhythmisch bewegten Pinselstrich entsteht der Eindruck von diffusem Licht. „Das Motiv“, so sagte der Künstler „ist für mich etwas Sekundäres, was ich wiedergeben will, ist was zwischen dem Motiv und mir ist.“ Monet eignete sich eine von Delacroix übernommene Malweise an, bei der starke Farben im Schatten ihren Komplementärton annehmen. Ebenso steigerte er Farben in ihrer Leuchtkraft, indem er verschiedene Tonabstufungen unmittelbar nebeneinander setzte.