Detail Schaulager, Foto: Alexander Schmidt/Punctum

Detail Schaulager, Foto: Alexander Schmidt/Punctum

Ausstellungen
Das Innere nach außen. Skulpturen im Schaulager

Die klassischen Säulen der Museumsarbeit sind das Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen und Vermitteln. Selten erhält das Publikum einen Einblick in die Arbeit des Bewahrens – zu der neben der Tätigkeit der Restauratoren auch die Arbeit der Magazinverwalter und die aufwendige Magazinlogistik gehören. In der Kabinettausstellung „Das Innere nach Außen“ sind 24 selten gezeigte Skulpturen aus dem Plastik- und Skulpturenmagazin zu entdecken. Im Unterschied zum Magazin, wo Skulpturen zur optimalen Flächennutzung nach Gewicht und Größe gelagert werden, bildet das „Schaulager“ eine kuratorische Vorstufe zur traditionellen Präsentation.

Die Auswahl der Skulpturen, die eine Zeitspanne von knapp 500 Jahren umfasst, unterliegt nicht kunstwissenschaftlichen Kriterien. Die Werke sind unabhängig von chronologischen oder ästhetischen Gesichtspunkten in alphabetischer Ordnung aufgestellt. Durch dieses Klassifikationssystem entstehen ungewohnte, epochen und stilübergreifende Konstellationen: Spätgotische Heiligenfiguren stehen neben expressionistischen Aktdarstellungen, die wiederum flankiert werden von Marmorskulpturen des 19. Jahrhunderts.

Das Museum der bildenden Künste Leipzig verfügt über eine Sammlung von rund 1300 Plastiken und Skulpturen verschiedener Epochen und Künstler, von denen ein Zehntel in der Dauerausstellung zu besichtigen sind. Der Großteil der Bildwerke befindet sich im Magazin, dem musealen Lagerraum, wo sie unter idealen klimatischen Bedingungen sicher aufbewahrt werden. „Das Innere nach Außen“ ermöglicht einen Einblick in die Arbeit der Magazinverwaltung und bietet zugleich einen knappen Streifzug durch die Geschichte der Bildhauerei der letzten 500 Jahre.