Max Klinger, Kämpfende Kentauren, Blatt 4 der Folge "Intermezzi" (Opus IV), 1881, Museum der bildenden Künste Leipzig

Ausstellungen
Max Klinger Opus IV

Intermezzi

Der aus zwölf Blättern bestehende und erstmals 1881 veröffentlichte Zyklus „Intermezzi“ entstand 1880 in München, als Klinger parallel an den Druckgrafiken für „Eva und die Zukunft“ (Opus III), „Amor und Psyche“ (Opus V) und „Ein Handschuh“ (Opus VI) arbeitete. Angesichts dieser Entstehungsgeschichte wirken die Blätter für „Intermezzi“ wie zufällige Nebenprodukte, die erst nachträglich zu einem Zyklus zusammengefasst wurden. Nur so erklärt sich, dass die Abfolge der Blätter keine zusammenhängende Erzählung ergibt. Bei genauerer Betrachtung fällt allerdings auf, dass der Zyklus eine schwache Handlungsstruktur aufweist, die vom Künstler wahrscheinlich nicht abgeschlossen wurde. Die erste Bilderstrecke hat weitgehend das Leben der Kentauren – heidnische Fabeltiere der griechischen Mythologie – zum Bildthema. Die Blätter der zweiten Hälfte illustrieren Episoden aus dem Barockroman „Der abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“ von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, in dem die Begebenheiten des 30-jährigen Krieges (1618–1648) kritisch geschildert werden. Klingers OEuvre ist ein zentraler Sammlungsschwerpunkt im Museum der bildenden Künste Leipzig, jedoch sind bislang weder die grafischen Zyklen noch seine Zeichnungen für den Besucher präsent. In der neuen Ausstellungsreihe werden nun sämtliche druckgrafische Folgen für jeweils vier Monate gezeigt.