Caspar David Friedrich, Kreidefelsen auf Rügen, 1825/26

Johann Jakob Ulrich, Brennendes Dampfschiff auf stürmischer See, um 1850

Johann Wilhelm Schirmer, Die Grotte der Egeria, 1841

Andreas Achenbach, Westfälische Mühle, 1869

Ausstellungen
"Es drängt sich alles zur Landschaft..."

Landschaftsbilder des 19. Jahrhunderts aus dem Museum der bildenden Künste Leipzig

„Es drängt sich alles zur Landschaft...“ präsentiert ein zentrales Thema der Kunst des 19. Jahrhunderts mit selten gezeigten Landschaftsbildern aus der eigenen Sammlung. Mit bekannten, aber auch neu zu entdeckenden Gemälden und Zeichnungen werden Landschaften des Klassizismus und der Romantik über den Realismus bis hin zur Freilichtmalerei präsentiert. Die Besucherinnen und Besucher erwarten spannende Fundstücke aus dem Gemäldemagazin, von denen einige anlässlich der Ausstellung restauriert wurden, sowie Glanzstücke der Graphischen Sammlung, darunter Meisterblätter von Caspar David Friedrich, Carl Gustav Carus, Jakob Philipp Hackert, Johann Christian Reinhart, Franz Horny, Friedrich Nerly oder Friedrich Preller d.Ä.

„Es drängt sich alles zur Landschaft...“ – mit dieser Formulierung verlieh der frühromantische Maler Philipp Otto Runge 1802 der gesteigerten Anziehungskraft der Landschaftskunst auf seine Zeitgenossen Ausdruck. In der Landschaft wurde im 19. Jahrhundert der humanistische Bildungskanon ebenso verhandelt wie ein neues wissenschaftliches Weltbild, sie war Sehnsuchtsort, in dem sich Seelenzustände widerspiegelten, oder Abbild eines vermeintlich ungetrübten Blickes auf die Wirklichkeit. In der Landschaftskunst spiegelt sich das Verhältnis des Menschen zur Natur ebenso wie die Natur des Menschen. Neben aus Versatzstücken komponierten südlichen Ideallandschaften, die von Italien- und Antikensehnsucht zeugen, entstehen im 19. Jahrhundert Landschaftsbilder, die sich bewusst von akademischen Idealvorstellungen lösen. Sie werden von einem sachlichen Interesse an der Erforschung der Wirklichkeit und ihrer naturgetreuen Wiedergabe getragen. Einfache, unspektakuläre Ausschnitte der heimischen Landschaft werden zum Bildmotiv. Für die Künstler der Romantik sind der Bezug zur heimischen Landschaft und die Suche nach Entsprechungen zwischen Naturstimmungen und Gemütszuständen charakteristisch.

Der Leipziger Kunstverein, aus dessen Mitte das Museum der bildenden Künste gegründet wurde, erwarb im Laufe des 19. Jahrhunderts zahlreiche zeitgenössische Landschaftsdarstellungen. Auch bei privaten Sammlern, die durch Stiftungen und Schenkungen den Bestand des Museums erweiterten, war die Landschaftsmalerei in dieser Zeit sehr beliebt. So bietet die Ausstellung auch die Gelegenheit, Einblick in die Geschmackswelt des Bürgertums des 19. Jahrhunderts zu erhalten.


Ein reich illustrierter Katalog mit Einführung, Werkkommentaren und Künstlerbiografien erscheint anlässlich der Ausstellung beim Kerber Verlag Bielefeld. Die Publikation ergänzt die Auswahl in der Ausstellung – etwa achtzig Gemälde und vierzig Zeichnungen – um diejenigen Meisterwerke, die in der Galerie dauerhaft präsentiert werden und damit eine Art zweiten Teil der Ausstellung bilden. Audioguide und Führungen vertiefen das Vermittlungsprogramm.

Eröffnung: Samstag, 8. März 2014, 18 Uhr