Ralf Kerbach, Rhön, Thüringer Wald, Vogtland. Aus dem Zyklus "Totenreklame", 1982 © VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Werner Tübke, Kompositionsstudie zu "Arbeiterklasse und Intelligenz", 1971 © VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Kerstin Flake, Fake Spaces-01, 2006 © Kerstin Flake

Ausstellungen
Gekauft. Neuerwerbungen der Graphischen Sammlung 2003-2013

Die Sammlungen sind das Herzstück eines Museums, in ihnen lassen sich immer wieder Schätze neu entdecken, alte Meister ruhen neben den aktuellen Protagonisten der Kunst. Gezielte Ankäufe sind neben Schenkungen und Stiftungen ein wichtiges Instrument die Sammlungen qualitativ immer wieder zu bereichern.

Für die Kabinettausstellung „Gekauft“ öffnet die Graphische Sammlung die Türen ihres Magazins und präsentiert eine eindrucksvolle Auswahl musealer Ankäufe der letzten 10 Jahre. Dabei liegt das Augenmerk auf Zeitgenössischer Kunst und spannt einen Bogen von Zeichnungen, Grafik und Fotografie hin zum Papierschnitt.

Besonderen Raum erhält eine Künstlermappe aus dem Jahr 2004. Die Leipziger Mappe verbindet eine Vielzahl von Malern, die sich für diese Zusammenstellung erstmals oder seit langem wieder mit der Radierung auseinandersetzten. Steve Black steuerte  eine Ätzradierung bei, die Technik der Vernis mou, der Weichgrundätzung, wurde von Christoph Ruckhäberle und Matthias Weischer verwandt. Eine Kombination von Ätzradierung und Aquatinta wählten David Schnell und Vlado Ondrej als gestaltende Technik.

Das Werk des Dresdner Künstlers Ralf Kerbach ist mit dem Zyklus Totenreklame von 1982, eine Art Reisetagebuch durch die eigene Heimat, prominent vertreten. In dem aus der Idee der Illustration eines konventionellen Reisebuches heraus entstandenen Projekt versucht Kerbach anhand der Peripherie Dresden den Innenraum deutscher Geschichte und Mythologie auf dem Gebiet der damaligen DDR zu erforschen.

Gezeigt werden außerdem Scherenschnitte von Annette Schröter. Der Papierschnitt, ein im 18. und 19. Jahrhundert sehr beliebtes Medium, erfährt in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung und entwickelt eine ganz eigene Formsprache, die stark von der Materialität des Papier geprägt ist. Bei Schröter sind es Bilder aus der unmittelbaren Umgebung, der Werbung – Fotos, die sie in eine neue Bildsprache übersetzt.

Die Übersetzung einer alten in eine neue Form ist auch Thema der gezeigten Arbeit von Margret Hoppe, dem Fotografie-Zyklus zu Werner Tübkes Wandbild „Arbeiterklasse und Intelligenz“. Der Zyklus zeigt den langen Weg des Gemäldes vom eigentlichen Präsentationsort im Foyer des Rektoratsgebäudes der Universität Leipzig bis ins Museum der bildenden Künste Leipzig.

Mit dem Werk von Kerstin Flake ist die junge Fotografie aus Leipzig ebenfalls in der Kabinettausstellung vertreten. Flakes inszenierende Fotografie stellt die konventionelle Ordnung in Frage und schafft rätselhafte Momente und bizarre Konstellationen.

 

öffentliche Führung: 21. Juli 2013, 11 Uhr