Max Klinger, Die Schlange, Blatt 3 der Folge "Eva und die Zukunft" Opus III, 1880, Museum der bildenden Künste Leipzig

Ausstellungen
Max Klinger Opus III

Eva und die Zukunft

Max Klingers OEuvre ist ein zentraler Sammlungsschwerpunkt im Museum der bildenden Künste Leipzig, jedoch sind bislang weder die grafischen Zyklen noch seine Zeichnungen für den Sammlungsbesucher präsent. In der Ausstellungsreihe werden nun Max Klingers 14 druckgrafische Folgen jeweils für drei Monate gezeigt. 
Max Klingers dritte druckgrafische Folge „Eva und die Zukunft“ wurde im Juli 1880 in München gedruckt. Wie bereits aus dem einprägsamen Titel des Zyklus hervorgeht, setzte sich Klinger mit einem der ältesten christlichen Bildthemen der abendländischen Kunstgeschichte auseinander: die Paradiesgeschichte. In drei Radierungen wird der biblische Handlungsverlauf von der Erschaffung Evas über den Sündenfall bis zur Vertreibung geschildert. Als Pendants werden diesen Blättern enigmatische Phantasiekompositionen gegenüberstellt, die auf Wesensmerkmale des irdischen Daseins verweisen: Erkenntnisbeschränkung, sexuelle Triebabhängigkeit und der Tod als letzte Gewissheit. Über den Zyklus „Eva und die Zukunft“ äußerte sich Klinger in einem Brief an seine Eltern, den er 1880 in München verfasste: „… damit Euch das Rathen nicht sämmtliche Köpfe zerbricht, gebe ich einige kurze Erläuterungen zu meinem Jüngsten. Eva, Schlange und Adam sind wohl keiner Commentare bedürftig wohingegen Zukunft I., II. u. III. bedenklicher sind. Auch für diese habe ich nur einige kurze Fingerzeige. Es ist vor allem Dinge jeder dieser Zukünfte an das betr. Paradiesstadium gedacht zu denken und ist I. die große allgemeine Zukunft für jeden Lebensweg von A–Ω, als fest bestimmt und unabänderlich, II., die Zukunft in den einzelnen Lebenslagen resp. Verführungen, III. die einzige bestimmte und sicher eintreffende Zukunft, also eigentlich keine Zukunft mehr. Sind diese Worte noch dunkel, na dann kann Euch nicht geholfen werden.“

Nächste Führung: Sonntag, 2. September, 11 Uhr