Arno Rink, Äneas, 1986–1987, Museum der bildenden Künste Leipzig © VG Bild-Kunst, Bonn 2012

Wolfgang Smy, Das große Stadtbad, 1986, Peter und Irene Ludwig-Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2012

Wolfgang Petrovsky und Frank Voigt, Höllenfahrt, 1983–1984, Peter und Irene Ludwig-Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2012

Ausstellungen
Kunst der 80er in der DDR

Ludwig in Leipzig

 Die vierte Ausstellung in der Reihe "Ludwig in Leipzig" widmet sich der Kunst der 80er Jahre in der DDR mit Werken aus der Sammlung Ludwig.

In den 1980er Jahren erreichte die Kunst in der DDR einen bis dahin nicht gekannten Pluralismus. Neben einer Vielzahl von künstlerischen Standpunkten, die stärker der 'Kunst im Sozialismus' verpflichtet waren, war die Kunstszene zunehmend auch von eigenständigeren und bisweilen auch kritischen Positionen gekennzeichnet. Für eine Generation von Künstlern, die nach dem Krieg und vor dem Mauerbau geboren wurde, war das letzte Jahrzehnt der DDR geprägt von zunehmender internationaler Anerkennung, aber auch der Suche nach eigenen Formen und Inhalten. So unterschiedlich die verschiedenen gesellschaftlichen und künstlerischen Ansichten der Maler waren, so stark war ihr Wunsch nach Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und individueller Freiheit. Die wenigsten begehrten offen auf, sondern suchten in ihrem künstlerischen Schaffen ihren eigenen, oftmals mehrdeutigen Weg durch die autoritären Verhältnisse in der DDR.

Seit 2009 befindet sich ein großer Bestand an Malerei und Plastik aus der DDR als Dauerleihgabe der Sammlung Ludwig im Museum der bildenden Künste Leipzig. Peter Ludwig hatte als wichtigster privater Käufer auf dem staatlichen Kunstmarkt der DDR die Entwicklungen im Osten in distanzierter Nähe verfolgt. Seine Sammlung ostdeutscher Kunst spiegelt die Kunstszene im Bereich der Malerei und Skulptur in dem Maße, in dem er durch Vermittlung des staatlichen Kunsthandels auf den offiziellen Kunstausstellungen und bisweilen in den Künstlerateliers kaufen konnte. Doch sind in der Sammlung Ludwig eine Vielzahl eigenständiger Positionen ostdeutscher Kunst auszumachen, die sich in Stil, Thematik und Haltung gänzlich unterscheiden und so ein wenig von der Vielfalt der Ausdrucksformen und Mentalitäten in der damaligen Kunstszene erahnen lassen.

In der Ausstellung vertretene Künstler: Lutz Dammbeck, Hartwig Ebersbach, Steffen Fischer, Hubertus Giebe, Sighard Gille, Clemens Gröszer, Ulrich Hachulla, Angela Hampel, Johannes Heisig, Gregor-Torsten Kozik (Schade), Walter Libuda, Werner Liebmann, Michael Morgner, Wolfgang Petrovsky, Wolfgang Peuker, Annette Peuker-Krisper (Krisper-Beslic), Arno Rink, Wieland Schmiedel, Wolfgang Smy, Volker Stelzmann, Hans-Joachim Triebsch, Max Uhlig, Frank Voigt, Norbert Wagenbrett, Trak Wendisch