Erasmus Schröter, Laube, 1999, Museum der bildenden Künste Leipzig © VG Bild-Kunst, Bonn 2012

Ausstellungen
Erasmus Schröter

Kontrapunkt. Lichtbilder

26. Februar bis 16. Juni 2012

Licht und Farbe sind für den Fotografen Erasmus Schröters wichtige künstlerische und inszenatorische Mittel. Im Museum der bildenden Künste Leipzig sind großformatige Farbfotografien sowie kleine Schwarz-Weiß Fotografien zu sehen, die den zeitgenössischen Um- und Zugang Erasmus Schröters zur Natur, Verfall und Idylle beleuchten und ins Bild setzen.

In seinen großformatigen Serien "Bunker", "Lauben" und "Flora", die er Ende der 1990er Jahre begann (eine Auswahl ist zur Zeit im Museum zu sehen), arbeitet Erasmus Schröter mit künstlichem Licht im freien, natürlichen Raum. Mit starken Lichtquellen, Scheinwerfern und großen Stromaggregaten, taucht der Künstler die Welt in farbiges Licht, wobei die Farben und ihre Setzung genau geplant sind. Schröter erzeugt durch seinen Licht-Eingriff eine neue Realität, verfremdet und gestaltet neu. Die Formen und die äußere Gestalt eines Bunkers - Zeugnis des Krieges, der Angst, Zerstörung und der Illusion der Unbesiegbarkeit - werden zu einem großformatigen, solitären Kubus, einer grafischen Form mit farbigen Flächen.

Die Farbe bewirkt jedoch keine bloße Ästhetisierung oder Verschleierung, vielmehr wird der Blick fokusiert und geschärft auf die Form und auf den dahinterliegenden Inhalt, seine Geschichte und Historie geführt. Die "Lauben", verlassen und verloren in der Landschaft, strahlen in der neuen Farbigkeit und verweisen wiederum auf verlorene Träume und das idyllische Leben in Natur. Assoziationen an ein freies Leben in der Natur, ein Ideal das sich durch die Geschichte der Kunst und Literatur zieht, werden geweckt. "Flora" verweist unter anderem auf die lange Tradition der Blumenstillleben und die damit verbundene Frage nach Schönheit, Vergänglichkeit und Tod.