Ausstellungen
Neo Rauch

Begleiter

Am 18. April 2010 wird im Museum der bildenden Künste Leipzig die Ausstellung „Neo Rauch. Begleiter" eröffnet. Die erste große Retrospektive des Leipziger Malers gibt einen Überblick zu seinem Schaffen aus den Jahren 1993 bis 2010 und wird komplettiert durch die parallele Werkschau in der Pinakothek der Moderne, München. Insgesamt werden an beiden Ausstellungsorten 120 zum überwiegenden Teil großformatige Arbeiten aus privaten und öffentlichen Sammlungen gezeigt. Zahlreiche Werke, die schon früh von Sammlern in den USA erworben wurden, kommen hier ebenso erstmals zu einer öffentlichen Ausstellung wie diejenigen Gemälde, die Neo Rauch in den vergangenen Monaten aus Anlass der Ausstellung vollendet hat. Möglich wurde die Ausstellung in Leipzig durch die Unterstützung von langjährigen Partnern des Museums – allen voran der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Verbund mit der Sparkasse Leipzig und den Förderern des Museums der bildenden Künste Leipzig e. V.  „Ostdeutsche Sparkassenstiftung und Sparkasse Leipzig haben sich früh von der Idee einer Retrospektive von Neo Rauch in der Stadt seines Wirkens begeistern lassen." So Claus Friedrich Holtmann, Vorsitzender des Vorstandes der Ostdeutschen Sparkassenstiftung. „Neo Rauchs Kunst erreicht die Menschen weltweit. Es bewegt uns, dass sie hier in Leipzig entsteht".  Die Entscheidung für die Parallelität der Werkschauen in Leipzig und München entspricht der kunsthistorischen Bedeutung des Künstlers wie auch dem Umfang seines OEuvres. Beide Ausstellungen zeigen jeweils aufeinander abgestimmte Werkgruppen, für deren Zusammenstellung Dr. Hans-Werner Schmidt am Museum der bildenden Künste Leipzig und Dr. Bernhart Schwenk an der Pinakothek der Moderne in Abstimmung mit dem Künstler verantwortlich zeichnen.  „Beide Teilausstellungen ergeben für sich genommen einen Überblick. Doch um das OEuvre Rauchs in seiner Dimension und Ausdifferenzierung zu begreifen, ist es ein Muss, beide Ausstellungen zu besuchen", so Dr. Hans-Werner Schmidt, Direktor des Museums der bildenden Künste Leipzig. „Für unsere Stadt erhoffe ich mir einen angemessenen Besucherzuspruch, eine offene Debatte um das Rauch’sche OEuvre, die Malerei selbst und den Stellenwert der bildenden Künste im Kulturverständnis Leipzigs." Den Künstler verbindet mit beiden Häusern eine frühe Zusammenarbeit. 1997 hatte Neo Rauch im Museum der bildenden Künste Leipzig seine erste Einzelausstellung in einem Museum. Drei Jahre später war Neo Rauch in München – auch damals schon von Dr. Bernhart Schwenk kuratiert – zu sehen. Neo Rauch zählt zu den international bedeutendsten und meistdiskutierten Malern der Gegenwart und gilt als wichtiger Vertreter deutscher Kunst im Ausland. Sein unver-wechselbarer Stil führt surrealistisch anmutende Bildwelten in malerischer Perfektion aus und knüpft an die große kunsthistorische Tradition an. Als moderne Bezugspunkte benennt der Künstler Beckmann, Bacon, Beuys und Baselitz. In Neo Rauchs Werk spiegelt sich die komplexe Stimmungslage unserer Gegenwart mit ihren widerstreitenden

Gefühlsdispositionen. In der collageartigen Zusammenführung von Einzelmotiven entsteht unter der Regie des Künstlers ein sperriger Zusammenhang, in dem Räume, Akteure, deren Werkzeuge, Haltungen und Rituale einen eigenen, fragwürdigen Sinn ergeben. Die Bilder verweigern sich jedem erzählerischen Illusionismus und verweisen auf ihren modellhaften Charakter. Neo Rauchs Werke zeigen die Welt als absurdes Theater und „Vorführung" – so der Titel eines der zentralen Gemälde.

Die Retrospektive ist an beiden Orten bis zum 15. August 2010 zu sehen.