Ausstellungen
Lubok

Originalgrafische Bilderbücher

Christoph Ruckhäberle (*1972 Pfaffenhofen/Ilm) bekannt als Maler, arbeitet seit einigen Jahren vermehrt mit Linolschnitten und ist darüber hinaus seit 2007 gemeinsam mit Thomas Siemon (*1969 Aachen) als Herausgeber der Reihe „Lubok“ verantwortlich. Lubok sind Künstlerbücher mit Linolschnitten. Der Name Lubok verweist auf die farbigen russischen Einblattholzschnitte, die ihren Ursprung in der Volkskunst haben und seit Mitte des 17. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts in Russland populär und preiswert zu erwerben waren. Diese grafischen Blätter stellten unbekannte Künstler her. Oftmals erläuterten kurze Texte die Darstellungen, die satirisch, kritisch oder patriotisch motiviert sein konnten und aktuelle Themen illustrierten. Die beiden Leipziger Herausgeber Ruckhäberle und Siemon bieten mit den Grafikbüchern Lubok ganz unterschiedlichen Künstlerinnen und Künstlern eine neue Plattform. Maler und Grafiker drücken sich einheitlich im Linolschnitt aus. In jedem Band sind acht bis zwölf Künstlerinnen und Künstler vertreten. Format und Technik sind vorgegeben, gedruckt wird nur einfarbig in schwarz auf weißem Papier, der Umschlag hingegen ist vielfarbig. Die Thematik ist jedem freigestellt. Es ist faszinierend zu entdecken, wie vielfältig die unterschiedlichen künstlerischen Handschriften und Arbeitsweisen sind. Gedruckt werden die Bücher von den Originaldruckstöcken auf einer „Präsident“-Schnellpresse aus dem Jahr 1958. Die Ausgaben sind nummeriert, die Auflagenhöhe variiert zwischen 300 und 1.500. Die einzelnen Blätter sind weder signiert noch nummeriert, sondern nur den einzelnen Künstlern zugeordnet. Die Grafikbücher „Lubok Spezial“ hingegen enthalten nur Arbeiten einer Künstlerin oder eines Künstlers. Alle Bücher erinnern an den demokratischen Charakter der Grafik: Kunst kann in hohen Auflagen für viele Menschen zugänglich gemacht und künstlerische Ideen schnell und leicht verbreitet werden. Die Blätter sind Originale und als Buch für wenig Geld zu erwerben. In der kleinen Ausstellung werden die bisher erschienen 17 Bände vorgestellt und haptisch als auch visuell erfahrbar gemacht.